Antigravity CLI (agy) installieren

Antigravity CLI (agy) installieren

Google Antigravity ist eine agentische Kommandozeilen-Umgebung, die als native Binary ausgeliefert wird — kein Node, kein Python, keine Laufzeitumgebung drumherum. Das macht die Installation angenehm unkompliziert, hat aber eine Konsequenz, die man kennen sollte: Es gibt keinen Paketmanager-Weg, und wer trotzdem einen sucht, landet schnell beim falschen Paket. Dazu unten mehr.

Diese Anleitung beschreibt den offiziellen Weg für Linux, macOS und Windows und erklärt, was der Installer dabei tatsächlich tut.

Installation unter Linux und macOS

curl -sSL https://antigravity.google/cli/install.sh | bash

Voraussetzung ist lediglich curl oder wget — das Skript prüft beides und bricht ab, wenn keins vorhanden ist.

Unterstützt werden ausschließlich 64-Bit-Systeme:

  • macOS auf amd64 (Intel) und arm64 (Apple Silicon)
  • Linux auf amd64 und arm64, jeweils in einer glibc- und einer musl-Variante

Die musl-Erkennung ist ein nettes Detail: Das Skript prüft auf libc.musl-*.so.1 beziehungsweise wertet ldd aus und wählt dann automatisch den passenden Build. Auf Alpine Linux funktioniert die Installation also ohne Zutun.

Die Binary landet standardmäßig unter:

~/.local/bin/agy

Wenn dieses Verzeichnis nicht beschreibbar ist, bricht der Installer mit einer klaren Meldung ab und verweist auf --dir:

curl -sSL https://antigravity.google/cli/install.sh | bash -s -- --dir /opt/agy/bin

Auf macOS entfernt das Skript zusätzlich das Quarantäne-Attribut (xattr -d com.apple.quarantine), damit Gatekeeper die frisch heruntergeladene Binary nicht blockiert.

Installation unter Windows 10/11

irm https://antigravity.google/cli/install.ps1 | iex

irm ist der Kurzname für Invoke-RestMethod, iex für Invoke-Expression. Der Befehl lädt das Bootstrapper-Skript und führt es direkt aus.

Zielverzeichnis unter Windows ist:

%LOCALAPPDATA%\agy\bin\agy.exe

Das ist ein häufiger Stolperstein, wenn man Anleitungen von anderen CLI-Werkzeugen überträgt: Antigravity nutzt nicht %USERPROFILE%\.local\bin, wie es etwa Claude Code tut. Wer dort nach agy.exe sucht oder diesen Pfad in den PATH aufnimmt, sucht am falschen Ort.

Auch hier gibt es --dir für ein abweichendes Ziel:

& ([scriptblock]::Create((irm https://antigravity.google/cli/install.ps1))) --dir "D:\tools\agy"

Wenn PowerShell die Ausführung blockiert

Windows verweigert standardmäßig das Ausführen von Skripten. Die roten Fehlermeldungen sehen dramatisch aus, sind aber nur die Ausführungsrichtlinie. Einmalig pro Benutzer, ohne Administratorrechte:

Set-ExecutionPolicy -Scope CurrentUser -ExecutionPolicy RemoteSigned -Force

Das Installationsskript setzt außerdem selbst TLS 1.2, damit der Download auf älteren Windows-Ständen nicht an der Aushandlung scheitert.

Was der Installer tatsächlich macht

Es lohnt sich zu wissen, was da durchläuft — gerade wenn man ein Skript aus dem Netz in die Shell pipet:

  1. Plattform erkennen — Betriebssystem und Architektur aus uname, unter Linux zusätzlich glibc oder musl.
  2. Manifest abfragen — für die erkannte Plattform wird eine JSON-Beschreibung vom Release-Server geladen (antigravity-cli-auto-updater-…run.app).
  3. Binary herunterladen und prüfen, dann ins Zielverzeichnis kopieren und ausführbar machen.
  4. agy install aufrufen — die Binary richtet ihre PATH- und Shell-Einstellungen anschließend selbst ein.

Punkt 4 ist der Grund, warum man den PATH normalerweise nicht von Hand anfassen muss. Sollte agy nach der Installation trotzdem nicht gefunden werden, ist der Befehl dafür:

agy install

Und danach ein neu geöffnetes Terminal — geänderte PATH-Einträge erreichen laufende Shells nicht.

Ein weiteres Detail: Ist bereits ein agy am Zielort vorhanden, installiert das Skript nicht darüber, sondern meldet den Fund und nennt den Pfad. Für Updates ist ohnehin ein anderer Weg vorgesehen:

agy update

⚠️ Nicht über npm installieren

In einigen Anleitungen kursiert dieser Befehl:

npm install -g antigravity-cli   # NICHT ausführen

Das Paket antigravity-cli existiert zwar in der npm-Registry, ist aber kein offizielles Google-Paket. Ein Blick in die Registry zeigt: Version 0.0.1, Beschreibung wörtlich „Antigravity CLI - placeholder”, kein Autor hinterlegt.

Antigravity wird als native Binary verteilt und hat gar kein npm-Paket. Prüfen kann man das selbst:

curl -s https://registry.npmjs.org/antigravity-cli | head -c 200

Reservierte Platzhalternamen sind ein bekanntes Einfallstor: Übernimmt jemand so ein Paket, führt jeder, der der Anleitung folgt, fremden Code mit den eigenen Rechten aus. Für ein global installiertes CLI-Werkzeug ist das eine denkbar unangenehme Angriffsfläche.

Erster Start und Authentifizierung

Sobald agy im PATH liegt, startet ein Aufruf ohne Argumente die interaktive Sitzung:

agy

Beim ersten Start läuft ein Onboarding: Es öffnet sich der Browser zur Google-Authentifizierung, danach ist die CLI einsatzbereit. Das OAuth-Token wird lokal abgelegt unter ~/.gemini/antigravity-cli/, dort liegen auch Logs, Cache und die Konfiguration.

Die wichtigsten Befehle

Antigravity bringt eine Reihe von Unterbefehlen mit:

BefehlZweck
agy installPATH- und Shell-Einstellungen einrichten
agy updateCLI aktualisieren
agy modelsverfügbare Modelle auflisten
agy agentsverfügbare Agenten auflisten
agy pluginPlugins verwalten (install, uninstall, list, enable, disable)
agy changelogÄnderungen und Release Notes anzeigen
agy helpHilfe zu den Unterbefehlen

Für den Alltag nützliche Flags:

# Einen einzelnen Prompt nicht-interaktiv ausführen und ausgeben
agy --print "Fasse die README zusammen"

# Letzte Unterhaltung fortsetzen
agy --continue

# Mit einem Prompt starten, danach interaktiv weiterarbeiten
agy --prompt-interactive "Wir refactoren gleich das Auth-Modul"

# Nur planen, nicht ändern
agy --mode plan

# In einer Sandbox mit eingeschränktem Terminal laufen
agy --sandbox

# Zusätzliches Verzeichnis in den Arbeitsbereich aufnehmen
agy --add-dir ../shared-lib

Innerhalb der laufenden Sitzung führt /help durch die verfügbaren Slash-Befehle, /exit oder zweimal Strg+D beenden sie.

Ein Wort zu --dangerously-skip-permissions: Das Flag genehmigt sämtliche Werkzeugaufrufe automatisch. Der Name ist Programm — sinnvoll höchstens in einem Container oder einer Wegwerf-VM, nicht auf dem Arbeitsrechner.

Spickzettel

# Linux / macOS
curl -sSL https://antigravity.google/cli/install.sh | bash

# Windows (PowerShell)
Set-ExecutionPolicy -Scope CurrentUser -ExecutionPolicy RemoteSigned -Force
irm https://antigravity.google/cli/install.ps1 | iex

# Prüfen
agy --version

# Falls nicht gefunden: PATH einrichten, neues Terminal öffnen
agy install

# Starten, aktualisieren
agy
agy update

Die vollständige und stets aktuelle Dokumentation steht unter antigravity.google/docs. Eine Kurzfassung dieser Anleitung liegt auch als Spickzettel auf GitHub: alexander-graf/agy-install-guide.